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Der Tag an dem wir mein Auto auf die Straße schoben

Als wir hier eingezogen sind, hätte ich ja nicht damit gerechnet, dass dieses Haus so ein Kindergarten ist... Angefangen hat es ja schon vor einer Weile als dieser Brief kam, dass die Besucherparkplätze ja für Besucher da wären, und dass man doch bitte den rechten Parkplatz frei halten solle. 'Rechts' ist ja nun bekanntlich Definitionssache, je nachdem, ob man von vorne oder von hinten draufkuckt... aber ich will mich hier nicht in Details verlieren. Da ich nicht auf Streit aus bin, habe ich mein Auto halt ein Jahr lang auf der Straße geparkt. Ich wurde sogar vom Hausmeister schon dazu aufgefordert, es doch wieder reinzustellen auf einen besagter Besucherparkplätze. Normalerweise steht mein Auto länger als nur einen oder zwei Tage, weil ich es nur alle zwei bis drei Wochen einmal brauche. Da ich wusste, dass unsere Nachbarn darauf - aus welchem Grund auch immer - allergisch reagieren, habe ich bewusst nur dann auf einem dieser Parkplätze mein Auto abgestellt, wenn ich wusste, dass ich am nächsten Tag wieder wegfahren würde. Da dies wie gesagt so gut wie nie vorkam, stand mein Auto also die meiste Zeit in einer Seitenstraße um die Ecke. Als aber doch mal so ein seltener Fall eintrat, dass ich mein Auto am nächsten Tag wieder brauchte, habe ich es auf einen der Besucherparkplätze gestellt - je nach Blickrichtung war es wahrscheinlich sogar noch der rechte Parkplatz. Aber ich habe so den Verdacht, dass das in diesem Fall total egal war. Als ich am nächsten Tag wieder losfahren wollte, sprang mein Auto nicht an... bin ich halt zu Fuß gegangen. Dummerweise stand mein Auto dann halt da auf diesem Parkplatz... und stand... und stand...
Wie ich schon erwähnt habe, brauche ich mein Auto meist mehrere Wochen am Stück nicht. Als wir dann auch noch zwei mal ein bis zwei Wochen wegfuhren (Dienstreisen, Verwandtenbesuche, ...), stand das Auto da nun also 2-3 Monate. Dieses Mal kam kein Brief - aber falls man jetzt erwartet, dass die Nachbarn es diesmal auf dem direkten Weg versucht haben mich anzusprechen, wird man leider enttäuscht. Diesmal war es nicht ein Brief, sondern ein Zettel an der Haustür. Gut, dachte ich mir, die Leute haben vielleicht nicht mitbekommen, dass mein Auto nicht anspringt - wobei ich mir bei mindestens zweien der Nachbarn sicher bin, dass sie es wussten, da sich aus dem Fenster gesehen haben, bzw. auf dem Balkon gestanden haben, als ich versucht hatte das Auto zu starten - naja, jedenfalls habe ich eine Notiz an den Zettel geheftet, wo ich erklärt habe, dass ich das Auto ja gerne wegfahren würde, es aber leider nicht anspringe. Den Kommentar, den ich daraufhin bekommen habe, zitiere ich hier lieber nicht. Am nächsten Tag sprach mich dann der Hausmeister an, ob ich denn mein Auto nicht wegfahren könne. Ich erklärte ihm die Sachlage. Er zeigte Verständnis, da wir aber beide Streit vermeiden wollen, sind wir jetzt also gerade dabei mein Auto die 10 Meter vom Parkplatz hinaus auf die Straße zu schieben...
Was ich dabei einfach nicht verstehe - warum können mich die Leute nicht direkt ansprechen, wenn ihnen etwas nicht passt?
Beim ersten mal, als dieser Brief kam, hatte ich ja versucht mit den Nachbarn zu sprechen: die ersten haben nicht geöffnet, die zweiten waren nicht da und vom dritten durfte ich mich anschreien lassen... Das komische war, dass er eigentlich meiner Meinung war - die hat er mir ins Gesicht geschriehen und mir dann die Tür vor der Nase zugeschlagen... Warum er diesmal dann mit den anderen Nachbarn einer Meinung war und über mein Auto auf dem Parkplatz geschimpft hat - ich weiss es nicht... vielleicht hat er ja garnicht geschimpft... auch wenn der Kommentar auf dem Zettel danach aussah... keine Ahnung... in so einer Situation bin ich ratlos...

Maggy